Vancouver Island, BC – Teil 1 Der Norden

Vancouver Island, BC – Teil 1 Der Norden

Schon die Fährfahrt nach Vancouver Island ist bereits Urlaub, egal ob ihr sie in Tsawwassen oder Horseshoe Bay beginnt. Selbst an einem diesigen Tag oder im Regen ist es herrlich zu sehen, wie die Insel aus dem Nebel auftaucht. An einem klaren Tag und besonders bei Sonnenschein ist es einfach nur traumhaft! Die grossen Fähren der Fährlinie BC Ferries, die zwischen dem Festland und Vancouver Island fahren haben grosse Sonnendecks. Besonders beliebt sind bei den Reisenden die grossen Aubewahrungskisten der Rettungswesten entlang der Decks – ideale Sitzplätze für Sonnenbäder und Sightseeing. Die Fährfahrt von Vancouver nach Vancouver Island dauert ca. 2 Stunden und kostet für ein normales Auto mit 4 Personen ca. 80 $ CDN. Reservierungen für die Hauptrouten sind empfehlenswert.

Vancouver Island ist keine kleine Insel. Mit einer Länge von über 450 km und einer Breite von ca. 100 km ist sie, von der Grundfläche gesehen, grösser als Belgien. Die Insel teilt sich in 4 Regionen:

1. Der Norden Vancouver Islands beginnt oberhalb von Campbell River. Hier beginnt das dünn besiedelte, wilde Land. Früher war der Norden um Port Hardy und Port McNeill eine florierende Gegend, heute zieht es die jüngeren Leute in den Süden, wo das Wetter besser, die Arbeit einfacher zu finden und das Leben weniger beschaulich ist. So ist Port Hardy, am nördlichen Ende des Highway 19 heute eine ruhige Kleinstadt die besonders bei Touristen beliebt ist. Im Frühjahr und Herbst können vom Rotary Park manchmal gar Buckelwale gesichtet werden, die Fähre nach Prince Rupert legt hier an und ab und es bieten sich viele Ausflugsmöglichkeiten. Die Schwarzbären der Gegend mögen die Tidenbucht (das Estuary) in der Nähe des Fischereihafens sehr und so trollen sie auch gerne einmal durch die Wohngegenden der Nähe und richten allerlei Unfug an.  Port McNeill ein wenig weiter südlich ist ein kleiner gemütlicher Ort mit einer, für mich besonders lohnenwerten Attraktion:  die Familie Mackay bietet hier ihre Walsichtungstouren an und neben der Länge der Tour – ca. 5 Stunden – überzeugen die Mackays durch ihr grosses Wissen um die Orcas vor Nord Vancouver Island.

Als Unterkunft in Port McNeill mag ich jedem das Bed and Breakfast „At Waters Edge“ ans Herz legen. Chris (Polizist der kanadischen RCMP, landläufig Mounties genannt), und Karen sind vollendete Gastgeber. Chris grösstes Hobby sind die Orcas der Johnston Strait und er verbringt fast seinen ganzen Jahresurlaub auf dem Boot mit den Mackays. Karen steht den Gästen mit Infos und Organisation jederzeit zur Seite. Jeder der den Norden Vancouver Islands erleben mag, ist hier Bestens aufgehoben!

Eines der beliebtesten und bekanntesten Ausflugziele im Norden ist Telegraph Cove. Also hat es mich auch dorthin verschlagen und … „Hmmm – naja“. Es ist nett es gesehen zu haben. Es ist eine hübsche Bucht mit einem ansehnlichen Sporthafen und einem grossen RV& Camping Gelände. Ausflüge zum Wale sichten und den Grizzlies auf dem Festland werden angeboten. Im Winter ist hier Totentanz und im Sommer ist es überlaufen. Also, holt euch den „Ich war auch hier“ Aufkleber für’s Reisetagebuch und weiter zu interessanteren Zielen.

Alert Bay, auf Cormoran Island, beispielsweise erreicht ihr mit der Fähre von PortMc Neill aus. Im Ort befindet sich das Alert Bay Indian Reserve 1A, und die meisten Einwohner gehören einem der Stämme der Kwakwaka’wakw First Nations an. Im Ort findet ihr das U’mista Cultural Centre, in dem Masken und kulturell wichtige Gegenstände der Stämme ausgestellt sind, die die kanadische Regierung unter dem Indian Act im Jahre 1921 konfiszierte um die Stämme an zentralen Potlatch Versammlungen zu hindern. Erst Ende der 70er Jahre wurden diese kulturell wichtigen Artefakte an die First Nations zurück gegeben. Auch der höchste Totempfahl der Welt findet sich in Alert Bay und Wanderungen um und über die Insel sind empfehlenswert.

Sehenswert ist auch die Insel Sointula:

Da eines der spannensten Erlebnisse auf Vancouver Island auf den unbefestigten Strassen, den „Gravel Roads“, die abgelegenen Orte und traumhafte Natur zu erkunden, solltet ihr euch unbedingt dahin wagen. Aber … bitte vorher nachsehen, ob im Mietvertrag eures Mietwagen das Fahren auf unbefestigten Strassen auch nicht von der Versicherung ausgeschlossen ist! Zeballos und Port Alice sind solch abgelegene Örtchen, die nur über eine Gravel Road erreichbar ist. Schwarzbären auf dem örtlichen Sportplatz und das Ausweichen vor den riesigen kanadischen „Log Trucks“ bis über den Randstreifen hinaus … was will man mehr?

… Get Wild!

juliett.

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